Ältestenrecht

Hat der Erblasser / Hofeigentümer keinen seiner Kinder oder den Ehegatten zum Hoferben bestimmt – gesetzliche Erb-/Hoferbfolge tritt ein! –, so sieht die gesetzliche Hoferbenordnung u.a. vor, dass bei mehreren geeigneten Kindern das älteste Kind den Vorzug als Hoferbe erhalten soll, es sei denn, in der Gegend gilt das Jüngstenrecht (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 HöfeO): Ob in einer Gegend statt des Ältestenrechts das Jüngstenrecht gilt, wurde in den einzelnen Bundesländern nach einer Erhebung bei den Amts-/ Landwirtschaftsgerichten in einer jeweiligen Erbbrauchverordnung festgelegt.

Das Ältestenrecht / wie auch das Jüngstenrecht kann regelmäßig nur bei der gesetzlichen Erbfolge zur Anwendung kommen, wenn der Erblasser keinen Hoferben durch Testament oder formlos durch z.B. Übertragung der Bewirtschaftung bestimmt hat (vgl. hierzu "gesetzliche Hoferbfolge").

Hinter der Auswahl des ältesten Kindes steckt die Überlegung, dass das älteste Kind gegenüber den Geschwistern regelmäßig länger und häufiger auf dem Hof mitgearbeitet hat und daher das wohl erfahrenere und daher geeignetere Kind für die Fortführung des Betriebes ist.