Ertragswert (BGB und. GrdstVG)

Der Ertragswert im Sinne der §§ 2049, 2312 BGB und des § 16 Abs. 1 GrdstVG spielt unter Anwendung der HöfeO keine Rolle.

Kommt die HöfeO nicht zur Anwendung, so kann sich die Höhe der Erb- und Pflichtteilsansprüche nach dem Ertragswert richten, wenn die Voraussetzungen eines Landgutes vorliegen.

Der Ertragswert bestimmt sich nach dem Reinertrag, den das Landgut nach seiner bisherigen wirtschaftlichen Bestimmung bei ordnungsgemäßer Bewirtschaftung nachhaltig erzielen kann (§ 2049 Abs. 2 BGB). Mangels gesetzlicher Bestimmung der Ermittlung des Reinertrages ist der Reinertrag nach der betriebswirtschaftlichen Methode zu ermitteln. Als solche kommen in Betracht die „Ertrags-Aufwand-Rechnung“ und die „Deckungsbeitragsrechnung“ und unterstützend die Ableitung des Reinertrages aus dem Durchschnitt buchführender Vergleichsbetriebe (vgl. Köhne, AgrarR 1982, 29, 30 unter 3.1).

In der Praxis kann dieser Ertragswert regelmäßig nur mit Hilfe eines (landwirtschaftlichen) Sachverständigen ermittelt werden, der die Besonderheiten des jeweiligen Einzelfalles der bisherigen Bewirtschaftung berücksichtigen wird.

Regelmäßig ist der Ertragswert höher als der Einheits-/Hofeswert, aber niedriger als der Verkehrswert.