Landgut (BGB)

Der Begriff „Landgut“ stammt aus den Sonderregelungen der Erbfolge in einen landwirtschaftlichen Betrieb nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) und stellt dort eine Privilegierung des Übernehmers dar, weil Erb- und Pflichtteilsansprüche anstelle des Verkehrswertes anhand des Ertragswertes zu berechnen sind. Diesen Begriff hat der Gesetzgeber des BGB vor dem 01.01.1900 nun einmal benutzt und steht .auch heute noch so im Gesetz, z.B. in § 2049 BGB.

Beim ersten Hören des Begriffes ruft das sicherlich Irritationen hervor, da nach unserem heutigen Sprachgebrauch mit einem Landgut ein „herrschaftlicher Landsitz“ oder ein „Rittergut“ oder eine „Dömane“, also evtl. noch ein landwirtschaftlicher Besitz von erheblicher Größer assoziiert wird.

Allgemein kann nach heutigem Sprachgebrauch jeder Bauernhof ein Landgut sein.

Gerade weil eine gesetzliche Definition des Begriffes fehlt, wird heute allgemein noch die „Umschreibung“ des BGH aus dem Jahre 1964 (u.a. NJW 1964, 1414 = DNotZ 1964, 354) herangezogen:

Danach soll der Begriff eines Landgutes voraussetzen, „eine zum selbständigen und dauernden Betrieb der ladwirtschaft einschließlich der Viehzucht oder der Forstwirtschaft geeignete und bestimmte Wirtschaftseinheit“ (…) „mit den nötigen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden“. Sie müsse eine bestimmte Größe erreichen und für den Inhaber eine selbständige Nahrungsquelle darstellen. Eine Besitzung könne auch dann ein Landgut sein, wenn der Inhaber neben der Landwritschaft einen anderen Beruf ausübe.